Die Planungen zum EBS-Kraftwerk in Langelsheim und die resultierende öffentliche Diskussion ist bekannt. Kollegen haben sich bereits öffentlich und auch in kleineren Kreisen geäußert und engagieren sich. Spätestens seit der öffentlichen Aufforderung an uns Ärzte in Langelsheim und Wolfshagen (GZ vom 10.06.08), sich zur Sache zu äußern, sehe auch ich mich in die Pflicht genommen, öffentlich zu reagieren.
"Was halten Sie denn eigentlich davon?" Diese Frage unserer Patientinnen und Patienten haben wir sicherlich alle während der vergangenen Wochen wiederholt beantwortet. Ich muss gestehen, dass jede meiner Erwiderungen bisher unsicher klang. Die Frage impliziert ja schließlich eine professionelle, gesicherte, objektive Antwort. Weder bin ich Umweltmediziner, noch kann ich meinen Patientinnen und Patienten sagen, ich hätte abschließende, wissenschaftlich fundierte Antworten parat. Sie kennen die Situation selbst am besten, es gibt keine Studien zum konkreten Gegenstand, die Basis unserer Aufklärung sein können. So kann ich nur sehr eingeschränkt mich auf das beziehen, was mir zugänglich ist. Ich habe auf meiner Website kurz versucht, den mir möglichen, zweifellos bescheidenen Teil beizusteuern, meine Patientinnen und Patienten aufzuklären.
Dies ist gewiss viel zu wenig! Deshalb wende ich mich an Sie, an alle Ärztinnen und Ärzte der Region in Niederlassungen und Krankenhäusern, an alle Hausärzte, an alle Fachärzte, insbesondere an unsere Spezialisten, die Onkologen, die Internisten, die Kardiologen, die Lungenfachärzte und Allergologen, die Phlebologen, die Urologen, aber eben auch an alle Ärztinnen und Ärzte, die für Behörden, Unternehmen oder für die Wissenschaft zur Verfügung stehen. Ich bitte Sie, das Ihrige dazu beizutragen, dass Ihr Wissen uns allen zugänglich wird und schließlich unsere Patientinnen und Patienten erreicht.
Es ist mir leider nicht möglich, wie es sicher wünschenswert wäre, Sie persönlich anzusprechen oder anzuschreiben. Deshalb bitte ich um Nachsicht, dass ich diese Form gewählt habe. Im Übrigen wurde der Text unter dem Aspekt berufsrechtlicher Relevanz vor Veröffentlichung überarbeitet.
Mit freundlichen, kollegialen Grüßen
Cornelia Langnickel, Wolfshagen im Harz
(Offener Brief vom 12.06.2008)
Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,
für Ihren Kontakt, Ihre Äußerung bin ich dankbar, insbesondere für Ihren Beitrag zur Aufklärung. Umfangreichere E-Mails (ohne Nutzung unseres Antwortformulars) senden Sie bitte an haus@arztpraxis-langnickel.de. Es wäre wünschenswert, Sie formulierten auch Ihre Idee, wie das gemeinsame Wissen, auf das ich hoffe, durch unsere Patientinnen und Patienten wahrgenommen werden sollte.